Schülerwohlbefinden im Fokus
Emotionale Sicherheit und eine positive Lehrer-Schüler-Beziehung bilden an der Auberlen-Realschule die Grundlage für erfolgreiches Lernen.

Miteinander leben - Miteinander lernen
Unterrichtsentwicklung stellt die Verbesserung der Lehr-Lern-Prozesse im Klassenzimmer in den Mittelpunkt. Hierbei nimmt sich die Auberlen-Realschule in den kommenden Jahren ganz besonders der Verbesserung der Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler an.
Schule ist aber nicht nur ein Lernort, sie ist für die Schülerinnen und Schüler auch ein Ort, an dem sie einen großen Teil ihres Lebens verbringen. Erfolgreiches Lernen ist nur dann möglich, wenn sich die Schülerinnen und Schüler am Lebensort Schule wohl und sicher fühlen. Aus diesem Grund stellt die Auberlen-Realschule das Schülerwohlbefinden in das Zentrum des Schulentwicklungsprozesses.
Empirische Daten als Grundlage
Um den subjektiven Begriff des Schülerwohlbefindens besser fassbar zu machen, stützt sich die Auberlen-Realschule auf den Prozess der datengestützten Qualitätsentwicklung. Zentrale Bedeutung kommt dabei der „KIDSCREEN 10“ zu, einer normierte Umfrage zur Erfassung der Lebensqualität, die an der Auberlen-Realschule im Rahmen der jährlichen „Mobbing&Du“ Schülerbefragung durchgeführt wird. Darüber hinaus liefern zentrale Erhebungen des Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW) wichtige Informationen zu Zufriedenheit und Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler. Auf Grundlage dieser Informationen werden durch Schulleitung und Lehrerkollegium in Abstimmung mit den schulischen Gremien und dem Staatlichen Schulamt Backnang die Schulentwicklungsziele der Auberlen-Realschule festgelegt und ständig weiterentwickelt.
Keine Kuschelpädagogik
Dem Schülerwohlbefinden große Bedeutung zuzumessen, ist nicht mit einer „Kuschelpädagogik“ zu verwechseln, die alles erlaubt und nichts fordert. Die Auberlen-Realschule ist eine leistungsorientierte Schule, der es darum geht, durch emotionale Sicherheit und eine positive Lehrer-Schüler-Beziehung die Grundvoraussetzung für erfolgreiches Lernen zu schaffen, so dass die Schülerinnen und Schüler zeigen können, was in ihnen steckt.
Klassenlehrkraft als Lotse
Das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. In manchen Bereichen benötigen die Schüler Schutz und klare Grenzen, in anderen Informationen oder Ansporn und Ermutigung. Allen Lehrkräften der Schule, ganz besonders aber den jeweiligen Klassenlehrkräften, kommt hierbei eine Steuerungsfunktion zu. Da dafür Zeit notwendig ist, stehen jeder Klassenlehrkraft pro Woche 2 Unterrichtsstunden zur Verfügung, um ganz gezielt an den aktuellen Entwicklungsfelder der Schülerinnen und Schüler zu arbeiten.
Sicher und Gesund
Die Auberlen-Realschule verfügt bereits seit vielen Jahren über ein bewährtes Präventions- und Sozialcurriculum, das sich durch alle Klassenstufen zieht. Es umfasst zahlreiche Bereiche, von der Suchtprävention über den verantwortungsbewusster Umgang mit sozialen Medien, bis hin zur Auseinandersetzung mit Fake-News und radikalen Ideologien.
Einen besonderen Stellenwert innerhalb des Präventions- und Sozialcurriculums hat das Präventionsprojekt „Mobbing und Du“, das die Auberlen-Realschule in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Heidelberg durchführt. Im Rahmen dieses Projekts führen die Klassenlehrkräfte in allen Klassen mehrmals pro Schuljahr Projektbausteine zur Mobbingprävention durch.
Ergänzend wird derzeit ein „Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt“ entwickelt, das dazu beiträgt, dass sich die Schülerinnen und Schüler in diesem sensiblen Bereich an der Schule in Zukunft noch sicherer fühlen können.
Lernförderndes Umfeld
In einem schönen Umfeld fühlt man sich wohl und kann gut lernen. Mit der Unterstützung der Stadt Fellbach als Schulträger bemüht sich die Auberlen-Realschule, das gesamte Schulgelände für unsere Schülerinnen und Schüler so schön und funktional wie möglich zu gestalten.
- In den letzten Jahren wurden im ganzen Schulgebäude zahlreiche neue Sitzgelegenheiten geschaffen und der Bandübungsraum wurde komplett erneuert.
- Momentan erfolgt die Sanierung des Schulhofes mit zahlreichen Fitness- und Sportgeräten sowie einem großen Sonnendeck, die bis zum Ende des Schuljahres abgeschlossen werden soll.
- Ebenfalls in der Erneuerung befinden sich die naturwissenschaftlichen Fachräume, wobei der Biologieraum bereist abgeschlossen ist und der Physik- und Chemieraum im aktuellen und im kommenden Jahr folgen sollen.
In die Gestaltung fließen dabei sowohl Vorschläge einer Lehrkräftegruppe zur Schulhausgestaltung als auch von Schülervertretern ein.
Nicht bei allen Schülerinnen steht nach Ende des Vormittagsunterrichts ein warmes Essen auf dem Tisch und nicht alle finden zu Hause ideale Lernbedingungen vor. Vor allem diese Schülerinnen und Schüler möchte die Auberlen-Realschule mit einer betreuten Mittagspause unterstützen. In eigens dafür eingerichteten Räumen, können sie über die Mensa der Maicklerschule ein gesundes Mittagessen erhalten und bekommen darüber hinaus in einem lernfördernden Umfeld Unterstützung von pädagogischen Assistenzkräften. Das freiwillige Angebot steht grundsätzlich allen Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 5 bis 7 offen.
Reduzierung von Stressfaktoren durch soziale Medien
Was die Welt der Kindern und Jugendlichen heute besonders prägt, ist der allgegenwärtige Einfluss von Smartphone, Internet und sozialen Medien, der für manche Kinder bereits beginnt, bevor sie lesen können. Zahlreiche Studien, aber auch die täglichen Erfahrungen von Lehrkräften im Schulalltag, zeigen, dass diese Einflüsse für die Schülerinnen und Schüler enormen Stress bedeuten – auch wenn diese selbst das in den meisten Fällen zunächst nicht so wahrnehmen.
Onlinezeiten von 5 bis 8 Stunden am Tag sind keine Seltenheit. Dadurch können nachweislich Konzentrationsstörungen bis hin zu ADS/ADHS, Störungen in der emotionalen Selbstregulation und soziale Phobien sowie andere Angststörungen ausgelöst oder verstärkt werden.
Die Auberlen-Realschule wirkt dem in mehrfacher Weise entgegen:
- Durch die konsequente Umsetzung eines Handyverbotes innerhalb der Schule wird ein Schutzraum geschaffen, der dazu beiträgt Stress sowie die Abhängigkeit von sozialen Medien zu reduzieren.
- Die Schule leistet in Rahmen von Elternabenden und Einzelgesprächen Aufklärungsarbeit bei den Eltern zum altersangemessenen und verantwortungsbewussten Umgang mit sozialen Medien außerhalb der Schule. Dabei greift die Auberlen-Realschule unter anderem auf die neue Familienvereinbarung „Sicher unterwegs mit dem Handy“ zurück, die alle Fellbacher Schulen bereits bei der Aufnahme mit Eltern und Schülern schließen.
- Im Deutschunterricht und im Fach „Informatik und Medienbildung“ lernen Schülerinnen und Schüler lernen Schülerinnen und Schüler die Gefahren sowie die suchterzeugenden Mechanismen kennen, die viele soziale Medien nutzen. Sie werden an eine verantwortungsvolle und selbstbestimmte Mediennutzung herangeführt.
- In letzter Zeit gewinnt hierbei der Umgang mit KI-Anwendungen immer größere Bedeutung, die Schülerinnen werden für Risiken und Gefahren der neuen Technik sensibilisiert, lernen aber auch, wie man diese sinnvoll einsetzen kann.
- In vielen Klassen werden momentan sogenannte Skill-Boxen etabliert. Diese enthalten Gegenständen, die Schülern mit Hilfe von gezielten Sinnesreizen bei der emotionalen Selbstregulation und beim Umgang mit Konzentrationsstörungen und Anspannung unterstützen können, die oft als Folge von übermäßiger Mediennutzung auftreten.
- Darüber hinaus bringt das Doppelstundenkonzept der Schule, nach dem eine Unterrichtseinheit immer 90 Minuten umfasst, Ruhe und Struktur in den Unterrichtstag und hilft den Schülern dabei, sich über längere Zeiträume auf ein Thema zu fokussieren.
Sicherheit durch Orientierung
Kinder im Jugendalter müssen sich ständig neu orientieren. In der fünften Klasse müssen sie sich zunächst an einer neuen Schule zurechtfinden. Dann beginnt langsam der Prozess des Erwachsenwerdens. Man muss mehr Verantwortung für das eigene Lernen übernehmen und schon wenig später Entscheidungen über den zukünftigen Werdegang treffen, deren Folgen für das eigene Leben man kaum abschätzen kann. Ganz nebenbei werden sie in dieser Zeit auch noch körperlich erwachsen, die Hormonfabrik läuft auf Hochtouren und die Gefühle fahren Achterbahn.
Die Auberlen-Realschule möchte ihren Schülerinnen und Schülern auf diesem spannenden Entwicklungsweg von Anfang an Unterstützung und Orientierung geben.
- Dies beginnt damit, dass alle Schülerinnen und Schüler, die in Klassenstufe 5 der Auberlen-Realschule starten, einen „Schülerpaten“ an die Hand bekommen, der ihnen dabei hilft, sich am neuen Schulort zurechtzufinden und schnell einzuleben.
- In regelmäßigen Mentoring-Gesprächen in den Klassenstufen 5 und 6 unterstützen die Klassenlehrkräfte die Schülerinnen und Schüler sowohl in ihrem Lernprozess als auch in Bezug auf ihr Sozialverhalten. Dabei legen die Schülerinnen und Schüler selbst Ziele fest, die dann in Folgegesprächen evaluiert und weiterentwickelt werden.
- Durch die Etablierung und ständige Weiterentwicklung des Berufsorientierungskonzeptes „BO-Aktiv“ in allen Jahrgangsstufen unterstützt die Auberlen-Realschule die Schülerinnen und Schüler von Anfang an bei der Auseinandersetzung mit der beruflichen Zukunft. Die Schüler beschäftigen sich ausführlich mit ihren eigenen Stärken und Schwächen und gleichen diese mit unterschiedlichen Berufsbildern ab. Besonders in den Klassenstufen 8 und 9 können sich die Schüler in zwei fünftägigen Berufspraktikas, die ergänzt werden durch Betriebserkundungen und Besuchen auf Jobmessen, selbst erproben. Der „Jobkompass“ ein Berufsorientierungstag in Klassenstufe 9 unterstützt die Schüler dabei zusätzlich. Alle Schülerinnen und Schüler sollen mit dem Real- oder Hauptschulabschluss die Schule nicht nur mit einem Zeugnis Verlassen, sondern auch mit dem guten Gefühl, dass sie wissen, wie es nach dem Abschluss weiter geht. Der Erfolg dieser Bemühungen spiegelt sich in den Berichten der zahlreichen Schülerinnen und Schüler wieder, die die Auberlen-Realschule oft Jahre nach ihrem Abschluss besuchen, um ihren ehemaligen Lehrkräften von ihrem Werdegang zu berichten.
- Zusätzlich beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler im Religions- oder Ethikunterricht intensiv mit den Lebenszielen, die über das Berufliche hinausgehen.
Sinnstiftende Zusatzangebote
An die Suche nach einem Lebenssinn, der über das berufliche hinausgeht, knüpfen auch zahlreiche Zusatzangebote an der Auberlen-Realschule an, die den Schülerinnen und Schülern ein Gefühl der Selbstwirksamkeit vermitteln und so zur Steigerung ihres Selbstwertes beitragen.
Im Rahmend er Schülermitverantwortung (SMV) haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit das Schulleben aktiv mitzugestalten, als Schülerpaten können sie, die Schülerinnen und Schüler, die neu an der Schule sind, an die Hand nehmen und bei der Eingewöhnung unterstützen, als fundiert ausgebildete Schulsanitäter leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler.
Ab dem kommenden Schuljahr können sich die Schülerinnen und Schüler ihr Engagement innerhalb und außerhalb der Schule in einem Projektpass „Engagement und Verantwortung“ attestieren lassen, der dann beispielsweise einer Bewerbung beigelegt werden kann.
Kreatives Gestalten
Die Möglichkeiten zum kreativen Ausdruck wird an vielen Stellen in den Fachunterricht eingebunden. Eine besondere Möglichkeit hierzu bietet das Projekt „Zeig, was du kannst!“
„Zeig, was du kannst!“, das an der Auberlen-Realschule in diesem Schuljahr zum ersten Mal umgesetzt wird.
Im Rahmen dieses Projektes erstellen die Schüler in Klassenstufe 8 in einem Fach ihrer Wahl in kleinen Gruppen ein Produkt und stellen ihre Arbeit anschließend vor der Klasse vor, dabei muss es sich nicht unbedingt um einen Gegenstand handeln, auch eine Theateraufführung, eine Tanzchoreografie, ein Videoclip oder eine Schritt für Schritt Anleitung zur Durchführung eines physikalischen Versuches können Produkte sein.
Die Auberlen-Realschule, an der dem projektorientierten Arbeiten schon bisher eine große Bedeutung zugemessen wird, hat sich für eine besondere Form der Projektumsetzung entschieden. Hier führen in Klassenstufe 8 alle Schülerinnen und Schüler nicht nur in einem, sondern in allen Fächern ein Projekt in Kleingruppen durch.
Weitere Möglichkeiten zum kreativen Ausdruck und zum Sammeln von Erfahrungen jenseits des Lehrplanes bieten die jährlichen Projekttage am Schuljahresende.
Ein Herzensprojekt der Auberlen-Realschule, die nach einer bekannten Fellbacher Musikerfamilie benannt ist, sind die Bläserklasse und die Bigband. In der Bläserklasse werden Schülerinnen und Schüler ohne Vorkenntnisse an ein Blasinstrument herangeführt und können in den Folgejahren in der Bigband ihre Kenntnisse weiter vertiefen. Dieser Zugang zur Welt der Musik eröffnete den Schülern neue Möglichkeiten des kreativen Ausdrucks und der aktiven Teilnahme am kulturellen Leben.
Voneinander lernen
Um die Schülerinnen und Schüler auf die bestmögliche Weise unterstützen zu können, ist es auch für Lehrkräfte wichtig, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Daher gibt es an der Auberlen-Realschule eine gut etablierte Fortbildungskultur. Fortbildungsangebote aus dem Portfolio des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung werden sehr rege wahrgenommen und wichtige Informationen an pädagogischen Tagen oder im Rahmen von Konferenzen innerhalb des Kollegiums weitergegeben.
Dabei ist es auch wichtig über den Tellerrand hinaus zu blicken. Im Mai erhält die Auberlen-Realschule im Rahmen des Programms Erasmus+ für eine Woche Besuch von einer Delegation von Lehrkräften, Eltern und Schülern einer Sekundarschule in Ankara. Dabei soll vor allem das Thema der Entwicklung von Resilienz bei Kindern und Jugendlichen im Zentrum des Austausches stehen.
Erfüllung und Herausforderung
Die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg durch die prägenden Jugendjahre zu begleiten ist eine sehr erfüllende Aufgabe, die aber viel Kraft und emotionalen Einsatz fordert. Aus diesem Grund besitzt an der Auberlen-Realschule auch die Gesundheit der Lehrkräfte einen wichtigen Stellenwert. An einem pädagogischen Tag im aktuellen Schuljahr, in dem es vormittags um die Entwicklung des „Schutzkonzeptes gegen sexualisierte Gewalt“ und die Weiterentwicklung der Sprachförderangebote an der Schule ging, stand am Nachmittag die Lehrkräftegesundheit im Vordergrund. In einem intensiven Workshop mit Frau Dr. Caroline Neumann setzten sich die Lehrkräfte mit dem Thema Stressbewältigung und Resilienz auseinander.
Auf dem Weg
Eine Schule zu schaffen und zu erhalten, an der sich die Schüler wohl und sicher fühlen, ist ein ständiger Prozess. Vieles wurde bereits erreicht und vieles ist noch zu tun. Die Auberlen-Realschule hat sich auf den Weg gemacht.